ICI-Nylonfaserwerke, Östringen, Neubau Werksgebäude

Bauherr:
ICI (Europa) Fibres GmbH, Östringen
Leistung:
  • Architektenleistung
Auszeichnungen:
BDA-Preis "Industrie in der Landschaft", 1968, Bronze-Medaille der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft
Die Forderungen des Auftraggebers, im Falle wirtschaftlicher Veränderungen in der Textilindustrie die Fertigung ohne aufwendige Umbaumaßnahmen umstellen und die Räume variabel ausstatten zu können, die angestrebte kurze Bauzeit - der Probelauf der Maschinen sollte bereits 16 Monate nach Entwurfsbeginn stattfinden - und die Lage auf der grünen Wiese bestimmten den Entwurf von einfachen Baukörpern, die sich niedrig in die Landschaft hinein ducken.

Die Gesamtanlage umfasst folgende Bereiche: das Fabrikationsgebäude mit Spinnturm, Heizzentrale, Streckzwirnerei, Textilbetrieb, Lagerräumen, Labortrakt und technischen Nebenräumen, das Polymerlager, das Energieversorgungsgebäude, das Öl- und Lebensmittellager, die Papierverbrennungsanlage, das Verwaltungsgebäude, das Gebäude für Textilentwicklung und -anwendung, den Kantinenbau und das Pförtnergebäude.

Die Grundrissaufteilung des Fertigungsbetriebs wird ganz vom Herstellungsprozess des Nylonfadens bestimmt. Die einzelnen Bauteile und die Raumgruppen der Fabrik sind durch einen Ost-West-Gang erschlossen. Die Verwaltung und das Kasino sind von den Produktionshallen losgelöst, der Fertigungsbetrieb ist über überdeckte Gänge erreichbar.

Alle Gebäude der Werksanlage sind Stahlbeton-Fertigteilkonstruktionen, die im internationalen Modulraster von 3,00 m errichtet wurden. Stützen und Binder der weitgespannten Fabrikationshalle bestehen ebenfalls aus Stahlbeton. Um eine Einheitlichkeit der Gesamtanlage zu erreichen, wurden alle Außenflächen mit hellen, dunkel ausgefugten Kleinfliesen-Stahlbetonelementen verkleidet. Die Fenster- und Lüftungsbänder sowie die Klimazentralen wurden mit dunkel eloxierten Aluminiumrahmen bzw. -lamellen versehen.
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